10. Februar 2019

das integrale weltbild

Die integrale Sicht öffnet neue Perspektiven auf eine verheissungsvolle Zukunft. Das integrale Weltbild ist die geeignete Betrachtungsweise, um auf die immensen Herausforderungen der Gegenwart – persönlich, sozial, ökologisch, politisch, wirtschaftlich – adäquate Antworten und Lösungsansätze zu finden. Warum ist das so?

 

In der integralen Sicht geht es darum, zu verbinden, zu versöhnen, Fragmente zusammen zu führen, Gegensätze zu vereinigen, eben zu integrieren (statt abzulehnen, zu bekämpfen, zu beklagen, zu trennen und zu polarisieren). Die integrale Umarmung von ALLEM was ist kann zu weitreichenden positiven Auswirkungen führen. Im persönlichen Umgang können wir uns auf das Verbindende fokussieren und uns im Umgang mit anderen Menschen im Rahmen einer gemeinsamen «Schnittmenge» begegnen. Dies setzt eine gewisse Toleranz und Grossherzigkeit voraus. Menschen die wirklich integral fühlen, denken und handeln, werden das Wohl ALLER Wesen im Sinn haben. Diese Haltung ist somit zutiefst sozial.

 

Die ökologischen Belastungen, die wir global der Mutter Erde zumuten, sind verursacht durch eine Unachtsamkeit und Unbewusstheit, die nicht mehr auf der Höhe unserer Zeit ist. Zudem gehört eine einseitige materialistische und monetäre Orientierung, angefangen bei jedem Einzelnen bis hin zu einem disbalancierten Wirtschaftssystem, dort wo sich dieses nur am Profit orientiert, zu den essentiellen Ursachen für das ökologische Desaster. In der integralen Sicht geht es darum, dass wir unsere Kraft und Intelligenz darauf verwenden, Ökonomie und Ökologie miteinander zu versöhnen. Dieser Standpunkt scheint heute immer mehr Boden zu gewinnen, wenn auch noch sehr viel zu tun bleibt. Es gibt eine ganze Reihe von guten Beispielen, wie eine solche Versöhnung aussehen könnte: der Einsatz von sauberen Technologien, wie moderne Holzbaufertigung, Photovoltaik, Wärmepumpen im Wohnungsbau, die Entwicklung von abgasfreien Elektrofahrzeugen, der weltweite Boom der erneuerbaren Energieerzeugung bei allmählichen Fortschritten bezüglich Dekarbonisierung, recyclierbare Produkte, Trend zu Kreislaufwirtschaft und Gemeinwohlökonomie.

In diesen Tagen stellen wir lokal, national und international ein Versagen der Politik fest. Politik verheddert sich allerorts in einseitiger Polarisierung, in überholten links-rechts Gefechten und schafft dadurch mehr Trennung und Blockierung, als Visionen und Lösungen (USA, Frankreich, GB-Europa, USA-Russland). Eine zukunftsgerichtete Politik orientiert sich integral. Nicht am «entweder-oder», sondern am «sowohl-als auch». Nicht links und rechts, sondern vorwärts. Nicht gegeneinander, sondern gemeinsam miteinander. Eine integrale Politik anerkennt und würdigt ALLE Perspektiven: innen und aussen, das Wohl des Individuums und der Gemeinschaft. Eine integrale Politik ist weltzentrisch. Nicht nur das Wohl des eigenen Landes steht im Fokus, sondern das Wohl aller Länder und der ganzen Weltgemeinschaft.

Eine vertiefte Einführung in die integrale Sichtweise findet der interessierte Zeitgenosse in den Büchern von KEN WILBER. Im Buch «Eine kurze Geschichte des Kosmos» beschreibt er beispielsweise «die Würde der Moderne» und «das Desaster der Moderne». Es sind lohnende Ausflüge auf eine erweiterte Sicht auf alles. Zum Schluss darf jeder selber entscheiden, ob er sich lieber mit dem halbvollen oder mit dem halbleeren Glas beschäftigen möchte. So oder so gibt es viel zu tun und zu verbessern und zu jener Welt beizutragen, in der wir alle leben möchten. 

Foto by Richard Brusa / Januar 2019
Das integrale Weltbild - Ausblick vom Strick gegen Hächle