20. März 2022

Die macht des kollektiven handelns

aus einem gemeinsamen bewusstsein

Richard Brusa
Wir sehen die Abgründe und schöpfen daraus Auftrieb für sonnige Höhen - man nennt das Evolution.

 

Tiefe Nacht – früher Morgen – ein stiller Spaziergang im Wald – bewusstes Zuhören einer Mozart-Symphonie – ein stiller Skiaufstieg. Eine dieser verheissungsvollen Möglichkeiten führt mich immer wieder in jenen unendlich weiten inneren Raum, in den letzten und wichtigsten Zufluchtsort, in diese Sphäre des GEISTES, wo alles mit allem verbunden ist, wo wir jeder wahlverwandten Seele begegnen können, wo sich all unsere Ahnen versammeln. Diese Sphäre der Unendlichkeit beschert uns eine Schönheit und eine Herrlichkeit, die nicht nur nur den Augen von Hochbetagten, die in ihren letzten Tagen still in ihren Zimmern sitzen, zu strahlendem Glanz verhelfen können. Stille und Entspannung ist jene unerschöpfliche Kraftquelle, die uns erfüllt und beflügelt. Bodo Janssen schreibt in seinem jüngsten Büchlein: «Stille ist der Ort, aus der alles hervorgeht

 

An meinem heutigen Geburtstag herrscht ein weltweiter Ausnahmezustand. Es erinnert mich an jenen historischen 20. März 2003, als die USA unter Georg W. Bush den Irak-Krieg lostrat. Als Perversion in Reinform empfand ich damals, dass sich die seit Monaten taumelnden Börsen an diesem Tag in euphorischen Aufstieg drehten. Seit dem 24. Februar 2022, seit dem barbarischen Überfall des russischen Diktators auf die Ukraine herrscht ein Ausnahmezustand, der diesmal noch viel tiefgreifender zu sein scheint. Seit Wochen herrscht auf europäischem Boden ein brutaler und verbrecherischer Krieg und ich bin mir nicht ganz sicher, ob die Welt nicht gerade im Begriff ist, in einen nuklearen Schlagabtausch und in den dritten Weltkrieg zu stolpern. Die Dramatik ist derart tiefgreifend, dass sich jede:r wache Zeitgenoss:in aufgewühlt und herausgefordert fühlt. Was sich jetzt gerade abspielt scheint zu bestätigen, was warnende Stimmen am Anfang der Corona-Pandemie vorausgesagt hatten. Dass diese nämlich im Angesicht der noch viel drastischeren dystopischen Szenarien wie Klimazerstörung oder nukleare Konflikte möglicherweise nur ein erster "Trainingslauf" zu etwas viel Grösserem sein könnte.

 

Meine Überzeugung und meine Hoffnung ist, dass auch die gegenwärtige Ausnahmesituation auf allen Ebenen transformative Kräfte in Gang setzt, die die Welt – wenn sie denn nicht explodiert – zu einem besseren Ort machen wird.

 

 

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Ein integraler Blick auf die Lage der Welt

 

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