07. Oktober 2016  -  God  9.0

 

Im Jahr 2010 erschien das wegweisende Buch Gott 9.0, der Autoren Küstenmacher, Haberer, Küstenmacher, mit dem Untertitel:  Wohin unsere Gesellschaft spirituell wachsen wird. In der Zwischenzeit hat das Buch die siebte Auflage erreicht und ist zu einem "Lehrbuch" für Theologen, Religionspädagogen und kirchliche Erwachsenenbildner geworden. Gleichzeitig wird es im Coachingbereich oft als Einstiegslektüre für Bewusstseinsentwicklung im Erwachsenenalter und integrales Denken empfohlen. Zudem dient Gott 9.0 als Grundlage einer umfangreichen und sorgfältigen theolinguistischen Studie (Habilitationsschrift) über Gottesbilder in aktuellen Predigten. Seit Mai 2016 liegt nun auch die englische Ausgabe - God 9.0 -  vor und wurde von  KEN  WILBER  gebührend gewürdigt.

 

Ich sehe hier eine Strömung innerhalb der christlichen Kultur, die Anlass zu grossen Hoffnungen gibt. Auf Seite 284ff im Buch weisen die Autoren auf die enorm wichtige Aufgabe der Weltreligionen hin:

 

"Sehr viel hängt davon ab, ob es den Weltreligionen - in unserem Fall den Kirchen - gelingt, ihre Fixierung auf die BLAUE mythische Stufe hinter sich zu lassen und sich den rationalen und transrationalen Entwicklungsstufen zu öffnen. Die Aufgabe ist gross, aber nicht unlösbar. In jeder Kirche, in jeder Religion gibt es Vordenkerinnen und Vordenker, die geistig den Weg in die nächsten Bewusstseinsstufen längst vorbereitet haben."    (S. 285)

 

"Der Weg aus dem Theismus führt heraus aus der sicheren Institution Kirche und hinein in eine eigenverantwortliche, individuelle Spiritualität.......BLAUE Gottesdienste sind leer, weil nur noch sehr wenige Menschen ein BLAUES Gottesbild haben. Sie bräuchten dringend Gesprächspartner, Gottesdienstformen und Gemeindeerfahrungen, die ihren Bewusstseinsstufen ORANGE oder GRÜN entsprechen."  (S. 287)

 

"Es bräuchte Gemeinden, die diesen "inneren Weg" ermöglichen: durch Kurse in Kontemplation und Meditation, Einzelexerzitien, Zeiten des Schweigens, vielleicht eine Visionssuche, bei der man vier Tage und vier Nächte ganz allein fastend in der Natur verbringt - das wären Formen, die an die Schwelle führen."   (S. 289)

 

"Es bräuchte Seelsorger und spirituelle Lehrerinnen, die den Menschen Mut machen für den Weg in die Wüste. Die Sinngemäss sagen können: Wenn du ans Ende des BLAUEN Gottesbildes gelangst und dein mythischer Gott tot ist, geh weiter. Bleib nicht stehen. Dreh dich nicht um wie Lots Weib. Schau nicht auf das Vergangene. Erstarre nicht zur BLAUEN Salzsäule. Brich auf wie die Israeliten aus der Knechtschaft in Ägypten. Es ist gut, das der mythische Gott stirbt. Er muss sterben. Er ist gestorben. Für dich ist er gestorben, und jetzt suche Gott nicht mehr draussen! Gib deinen kritische Verstand nicht auf. Er ist ein wertvolles Geschenk, halte ihn in Ehren. Geh in die Wüste, geh in die Tiefe. Denn wo kannst du nach Gott suchen, wenn er draussen in der Welt oder noch weiter draussen, jenseits der Welt, nicht mehr zu finden ist? Gehe den Weg der Mystik. Wer diesen Weg geht, taucht ein in die beglückende Wirklichkeit des unsichtbaren Gottes, die sich auftut am Grund der eigenen Seele."   (S.290)

 

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