05. November 2020

per  aspera  ad  astra

 

Per aspera ad astra. Durch die Dunkelheit zum Licht. Dieses Mantra rezitierten wir gerne schon in schweren Zeiten in jungen Studentenjahren. Tiefe Krisen und dunkle Zeiten sind der Pendelschlag mit dem Potential uns nach kreativen Lösungen umzusehen, das uns innewohnende unendliche Potential zu mobilisieren und den Weg in lichtvollere Gefilde frei zu machen. Dies bezieht sich auf kollektive äussere Krisen, die Krise der politischen Kultur, die wir aktuell im mächtigsten Land der Welt beobachten können, unser Umgang mit der Klimakrise, mit der Covid-Krise, die Krise des spätmodernen Neoliberalismus mit seinen haarsträubenden Ungerechtigkeiten. Dies bezieht sich aber auch auf persönliche innere Krisen, Hoffnungslosigkeit, Selbstzweifel, Sinnkrisen, Partnerschaftskrisen. Tiefe Krisen sind Entwicklungstreiber. In der tiefen Nacht der Seele finden wir den Keim der Lösung und Gesundung.

‘In dir ist die Gottheit – nicht in Begriffen und Büchern’, hat uns der Mystiker, seelische Tiefseetaucher und Poet Hermann Hesse (1877 - 1962) gelehrt. Mitten im Covid-Lockdown, der die ganze unsinnige Vielfliegerei zum Erliegen gebracht hat, müsste es eigentlich jedem klar geworden sein: Die spannendste und längste Reise ist auch im 21. Jahrhundert die Reise nach Innen. Für unzählige Menschen scheint jedoch nur schon ein schüchterner Blick nach innen schwieriger und dornenvoller zu sein, als der beschwerliche Gang durch Flughafenkontrollen, stundenlanges eingesperrt sein in der Sardinenbüchse eines Flugzeugsitzes, Jetlag und andere Reisestrapazen.

Warum ist der Weg nach Innen voller Schatten und Dämonen? Warum gleicht der Weg in unser eigenes lichtvolles Zentrum einer dornenvollen Odysee? Welche Belohnungen dürfen wir erwarten, wenn wir es trotzdem wagen, uns unseren eigenen Schatten zu stellen und so den Schleier immer mehr zu lüften?

Stelle dir selbst die Fragen. Finde deine eigenen Antworten. Sei dir selbst ein Licht. Sapere aude!

 

 

 

Per aspera ad astra (Seneca)
Per aspera ad astra (Seneca)