13. Oktober 2017

das schöne - gute - wahre

Am heutigen strahlenden Herbstsonnentag hatte ich die kostbare Gelegenheit, mich in die faszinierende geistige Welt der Anthroposophie von Rudolf Steiner hineinzulesen und über seine beeindruckende Lebensleistung zu Gunsten der menschlichen Seele zu staunen. Mit der Entdeckung dieses Universums schlägt sich für mich eine Brücke zu Goethe, der zu meinen Lieblingsphilosophen seit meiner Jugendzeit gehört. Goethe war zu seiner Zeit wohl unbestritten einer der wichtigsten und wegweisendsten Geistesgrössen. Was für Goethe im 19. Jahrhundert galt, darf für Rudolf Steiner sicherlich für das 20. Jahrhundert wertschätzend erwähnt werden. Beide haben sich mit ihrer ganzen Lebenskraft für eine beseelte und menschennahe Kultur eingesetzt: das Schöne - Gute - Wahre. In der gleichen Linie sehe ich für das 21. Jahrhundert die integrale Philosophie von Ken Wilber.

 

Goethe - Rudolf Steiner - Ken Wilber: Das ist ein sehr schöner und abgerundeter Bogen. Alle drei hatten die visionäre Kraft, einem zur jeweiligen Zeit destruktiven und menschenfeindlichen Zeitgeist eine höhere Vorstellung des Menschseins und der menschlichen Möglichkeiten entgegen zu setzen. Bei Goethe war es die aufkommende Industrialisierung und seelenlose Mechanisierung. Rudolf Steiner entfaltete seine Anthroposophie in der Kriegsatmosphäre um den 1. Weltkrieg. Ken Wilber stemmt sich mit seiner Integralen Vision einem Szientismus, einem einseitigen egozentrischen Materialismus entgegen. Das ist zutiefst inspirierend.

 

Zur Vertiefung:

Johann Wolfgang Goethe, 1749 - 1832

Rudolf  Steiner, 1861 - 1925

Ken  Wilber, *1949